Botanik
Es
gibt viele Arten von Vanille, die prächtig in der ganzen
Welt gedeihen, wovon etwa 110 Arten sind seit der Entdeckung
der Vanille katalogisiert worden. Die Pflanze, die die Vanilllebohne
produziert, ist eine Orchidee. Die Familie, zu der diese
Art gehört, heisst Orchidaceae, eine der grössten
Familien blühender Pflanzen in der Welt. Es gibt 700
Gattungen in der Familie Orchidaceae und ungefähr 20.000
Arten.
Orchideen
sind hauptsächlich bekannt durch ihre wunderschönen
Blüten, welche wirtschaftlich für die Gartenindustrie
wertvoll sind. Jedenfalls ist die Vanille die einzige Gattung,
die von wirtschaftlicher Wichtigkeit als Lebensmittelquelle
ist.

Vanille
ist ein fleischiges, krautiges Rebengewächs, dass prennierend
ist und rankt. Es wächst bis zu einer Höhe von
10 bis 15 Metern, wobei es sich selbst an der Wirtspflanze
mit Luftwurzeln abstützt. Entgegengesetzt der Blätter,
werden alle Wurzeln entlang des Stiels erzeugt. Unter Kulturbedingungen
wird die Vanille auf eine Höhe gezogen und beschnitten,
die die Bestäubung der Blüten von Hand und die
Ernte der Bohnen erlaubt.
Der
Spross ist von zylindrischer Form und monopodial im Wachstumsstil,
was bedeutet, dass der Zentralstiel sekundäre Triebe
produziert, die immer dem Hauptspross untergeordnet bleiben.
Die Blätter sind flach und fleischig und haben einen
kurzen Stiel. Sie sind leuchtend grün und variieren
zwischen elliptischer und lanzenartiger Form mit einer scharfen,
runden Spitze.
Dem
Stiel im abwechselnden Wachstumsstil angeordnet, variieren
die Vanilleblätter ziemlich stark in Länge und
Weite; zwischen acht und 25 cm in der Länge und zwei
und acht Zentimetern in der Weite. Im Wald wächst es
vom Boden bis in die Baumkronen - je mehr Sonnenlicht sie
bekommen, desto grösser und gesünder sind die
Blätter.

Vanilleblüten
duften, sind wächsern und gross. Sie sind blassgelb
in Farbe mit einem kurzen, breiten Labellum, und die oberen
Blütenblätter sind etwas kleiner als die Kelchblätter.
Die Blüten werden in Gruppen von 20 - 30 an langen,
dicken Rispen gehalten. Jeder Blütenstand misst ungefähr
acht Zentimeter und stellt drei bis vier offene Blüten
gleichzeitig zur Schau. Wenn Blüten unbestäubt
bleiben, halten sie sich nur einen Tag.
Die
Frucht ist eine Kapsel, aber im Vanillehandel spricht man
von einer Bohne oder Schote. An
der Pflanze hängt die Bohne vor der Ernte herab und
ist von zylindrischer aber dreiwinkliger Form. Zur Ernte
erreicht sie eine Grösse von 10 - 25 cm Länge
und 1,5 cm Durchmesser. Nachdem die Bohnen geerntet und
behandelt wurden, entwickeln sie ihren aromatischen Duft.
In
Mexiko und Zentralamerika bestäuben Bienen und Kolibris
Vanilleblüten, aber in anderen Teilen der tropischen
Welt ist Selbstbestäubung unmöglich. Wegen der
Struktur und Position des Staubgefässes und der Narbe
und einem
Mangel an natürlichen Bestäubern ist die Bestäubung
von Hand an den meisten Orten, wo Vanille gezüchtet
wird, notwendig.
Die
bewirkenste angewandte Methode, Vanilleblüten von Hand
zu bestäuben, wurde 1841 entdeckt und ist heute immer
noch in Gebrauch. Einzelne Blüten werden am frühen
Morgen direkt nach Öffnung bestäubt. Ein kleiner
Stock aus Bambus in der Grösse eines Zahnstochers wird
zum Bestäuben benutzt. Die Membran wird zur Seite gedrückt
und die Pollen werden vom Staubgefäss zur Narbe gestrichen,
in dem man einen Kontakt zwischen den Beiden verursacht.
Vanille
blüht einmal im Jahr in einem Zeitraum von etwa zwei
Monaten. Die Blumen öffnen sich von der Basis des Stiels
mit nur zwei oder drei gleichzeitig geöffneten Blüten
nach oben. Gewöhnlich öffnen sich die Blüten
am frühen Morgen und bleiben für acht Stunden
für die Bestäubung empfänglich. Wenn die
Befruchtung erfolgreich gewesen ist, bleiben die Blüten
für zwei oder drei Tage an der Rispe. Hat die Befruchtung
nicht stattgefunden, trocknen die Blüten aus und sterben
nach einem Tag ab.
Am Zustand der Blüten können Kultivateure die
Anzahl der Früchte, die angesetzt wurden, einschätzen
und die Anzahl der Bohnen auf eine Pflanze kontrollieren.
Als
einheimische Pflanze in der Wildnis wachsen alle Vanillearten
durchs Ranken an Bäumen in nassen tropischen Wäldern
vom Meeresspiegel bis auf 600 m. Vanille gedeiht in einem
feuchten, heissen Klima mit stetigem Regenfall. Die beste
Durchschnittstemperatur für die Vanilleherstellung
ist 28 Grad Celsius, aber es wird auch unterschiedliche
Temperaturen zwischen 21 C und 30 C hinnehmen. Durchschnittlich
benötigter Regenfall liegt bei 2000 mm (80 in) verteilt
auf 10 Monate, mit zwei Monaten trockenem Wetter zum Blühen.
Gut
dränierte Erde mit einer tiefen Schicht Humus ist ideal
für die Vanillezucht, und in der Kultur wird Vanille
normalerweise an Büschen oder kleinen Bäumen gezüchtet,
welche den Teilschatten bieten, den diese Orchideenranken
zum Gedeihen benötigen.
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